Handlungsempfehlungen

Ausweisung von NO-GO Areas
Alle Gewässerstrecken, die einen sehr guten oder guten ökologischen Zustand (Klasse I und II) aufweisen (33,31 Prozent der österreichischen Fließgewässer) und alle Gewässerstrecken in Schutzgebieten (weitere 14,11 Prozent) sollen für weitere Wasserkraftnutzungen tabu sein. Hier handelt es sich einerseits um die letzten natürlichen und naturnahen Strecken sowie bereits unter Schutz stehende Gewässer. Alle diese Gewässer sollen per Gesetz geschützt sein.


Erhaltung hydromorphologisch hochwertiger Fließgewässerstrecken
Weitere 3 Prozent der Fließstrecken zeigen einen hydromorphologischen Zustand der Klassen  I & II (sehr gut oder gut) und weisen daher aus gewässerökologischer Sicht eine hohe Wertigkeit bzw. ein hohes Sanierungspotential auf. Solche Strecken sind in Österreich rar, da die allermeisten Defizite unserer Gewässer bei der Hydromorphologie festgestellt werden. Daher kommt der Erhaltung sowie Verbesserung dieser Gewässerabschnitte eine große Bedeutung zu: Sie sind bevorzugt für Revitalisierungen und zur Gewässersanierung heranzuziehen und von energiewirtschaftlicher Nutzung frei zu halten.


Freihaltung von langen Strecken mit ungestörtem Fließkontinuum
Weitere 5,11 Prozent sind als besonders lange, zusammenhängende freie Fließstrecken zu charakterisieren. Diese Strecken dienen der Sicherung des Flusskontinuums, weisen großes Revitalisierungs- und Wiederherstellungspotential auf bzw. sind für den ökologischen Hochwasserschutz wichtig. Diese Gewässerfunktionen sind über die der energiewirtschaftlichen Nutzung zu stellen. Hinsichtlich der Gesamtbetrachtung der Gewässernutzung ist auf die größtmögliche Erhaltung der freien Fließstrecke zu achten.


Überprüfung von Strecken mit „bedingter Schutzwürdigkeit“

Weitere knapp 19 Prozent der Fließstrecken sind der Kategorie „bedingt schutzwürdig“ zugewiesen, allerdings fehlen für eine sichere Einstufung noch wesentliche Daten in Hinblick auf den ökologischen Zustand. Diese sind alsbald zu erbringen, damit eine fachlich korrekte Einstufung erfolgen kann.


Integrative Gewässernutzung einleiten
Weitere 8,47 Prozent der Gewässerstrecken, das sind über 2600 Kilometer, sind für eine integrative Nutzung geeignet. Unter Abwägung aller Interessen können hier nachhaltige Gewässernutzungen, etwa Hochwasserschutzprojekte aber auch Kraftwerksnutzungen erfolgen.


Restpotential für Kraftwerksbau
Weitere 3,99 Prozent der Fließstrecken, das sind über 1200 Kilometer, sind der Kategorie „gering schutzwürdig“ zuzuordnen. Sie haben Potential für weitere energiewirtschaftliche Nutzungen bzw. die Optimierung der bestehenden Kraftwerksnutzungen.