Ziel des Ökomasterplans

Österreichs Flüsse und Bäche sind überwiegend sauber, aber nicht mehr lebendig. Nach Meldung der Republik Österreich sind nur mehr rund 30 Prozent des Gewässernetzes naturnah oder natürlich. Gründe hierfür sind vor allem die Wasserkraft sowie überzogene Flussregulierungen in der Vergangenheit. Dennoch strebt die Energiewirtschaft einen weiteren, massiven Ausbau der Wasserkraft in Österreich an. Diese Pläne sind auch einer breiten und zum Teil heftigen öffentlichen Diskussion unterworfen. Vor allem durch die globale Erderwärmungs- und Klimaproblematik erhielten und erhalten die Befürworter einer stärkeren Wasserkraftnutzung in Österreich Rückenwind.

Der WWF und die Partner der Plattform „Flüsse voller Leben“ bekennen sich grundsätzlich zur Wasserkraft, mahnen aber zu einem sorgsamen Umgang mit dieser Energieform, damit die letzten intakten Gewässer auch für kommende Generationen erhalten bleiben.


Fehlende Strategie!

Einige Bundesländer und die Bundesregierung haben verschiedenste Grundlagen für den künftigen Ausbau der Wasserkraft geschaffen bzw. sind solche in Vorbereitung. Im Besonderen ist hier die Energiestrategie Österreich (Erneuerbare Energie 2020, BMLFUW, 2009) zu nennen, welche ein Ausbauziel von rund 3,5 Terawattstunden (TWh) bis 2015 bzw. 7 TWh bis 2020 anpeilt. Korrespondierend damit arbeiten die Bundesregierung und etwa auch das Bundesland Tirol an der Erarbeitung von Kriterienkatalogen, um die Ansprüche von Ökologie und Energiewirtschaft beiderseits ausreichend einzubeziehen. Die ersten Ergebnisse werden voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2011 vorliegen. Für den WWF ist wichtig, dass der weitere Ausbau der Wasserkraft einem strategischen Konzept folgt, damit die noch verbliebenen sensiblen, bedeutenden bzw. intakten Gewässerstrecken erhalten werden können.